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Außer Betrieb


Außer Betrieb

Torsten Siegfried Haake Brandt
07. Juli bis 30. Oktober 2012
Vernissage am 06.07.2012 um 19.00 h

von Klara Wallner (Mock Room), Berlin
Anziehende Kunst

Dass sich die Mode- und Kunstwelt verliebte Blicke zuwerfen, wissen wir seit langem. Elsa Schiaparelli ließ sich von Dalí und Jean Cocteau inspirieren. Coco Chanel (1930) und André Courrèges (1964) mochten die abstrakte Formensprache Mondrians und ließen sie in ihre Kollektionen einfließen und Ellsworth Kelly entwarf in den Fünfzigern Kleider. Sylvie Fleury arbeitet sich seit Beginn ihrer Karriere an dem Thema Mode ab und Damien Hirst hat für Levi´s eine Kollektion entworfen, die in der New Yorker Gagosien Galerie ausgestellt wurde. Takashi Murakami und Mike Kelly haben für Louis-Vuitton Handtaschen entworfen und Anselm Reyles Kollektion für Dior wurde letztes Jahr während der Art Basel Miami Beach mit großem Getöse vorgestellt. In seiner Kollektion überträgt Reyle seine Vorliebe für Glamour auf Taschen und Schuhe. Zuvor hat er „seine“ Streifen bei Paul Smith geklaut, die wiederum von Raf Simons auf T-Shirts gedruckt wurden, allerdings mit Verweis auf Reyle. Tom Sachs baute in den Neunzigern aus Prada Schachteln Modelle von Konzentrationslagern nach und Torsten Siegfried Haake-Brandt (was für ein Name! im Folgenden T.S. H.-B. genannt) nimmt für sein Label „The BLÖ“ alles was ihm unter die Hände kommt, gleich aus welchem Jahrzehnt die Design- und Kleidungsstücke und Accessoires stammen. Manisch bearbeitet er diese Dinge täglich mit einem bestimmten Kugelschreiber, der lichtecht und wassertauglich sein soll und die Teile tragbar machen. Mit seiner manischen arbeitsweise befindet sich T.S. H.-B. in prominenter Gesellschaft, wie etwa Alighiero Boetti, On Kawara, Hanne Darboven oder Roman Opalka. T.S. H.-B.s Stücke zeichnen sich ebenso wie Boettis Stickbilder durch die Strenge der Idee aus, die mit der Farbenfreude des Stoffes (selbst wenn sie bei BLÖ meistens weiß ist) und den klaren Wörtern und Zeichen (bei The BLÖ ist es Gekritzel) kontrastiert. Die Zufälligkeiten der Handarbeit mit dem Kugelschreiber und den zuweilen Unebenheiten des Materials führen zu immer wieder neuen (Zufalls)-Produkten, die sich stündlich mehren. Und so ist es nur konsequent das T.S. H-B. aus seiner Manie ein Label gemacht hat, das sich möglicherweise auf der Modeszene etablieren kann. Während der Fashion Week habe ich bereits einige The BLÖ-Produkte gesichtet und keines glich dem Anderen.



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